IVM Performance Oktober 2026

2026 – stabil, aber anders

Nachdem drei Viertel des Jahres rum sind, lässt sich sagen: Statt Motorrädern wie in den zurückliegenden Jahren legen heuer die 125er und Großroller eine beeindruckende Performance hin. Profitieren kann davon die ganze Branche.

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Bei den absoluten Zahlen sorgen 2026 die Roller und 125er allgemein dafür, dass wir für unseren Markt von Stabilität sprechen können – keine Selbstverständlichkeit in Anbetracht der wirtschaftlichen Gesamtsituation in Deutschland. Warum gerade die 125er? Das führt Christoph Gatzweiler in seiner Marktanalyse in diesem Newsletter weiter aus, aber das Stichwort B 196 hat viel damit zu tun. Umso erfreulicher, dass der IVM nach entsprechenden Gesprächen in Bund, Ländern und Verbänden mit dem hauseigenen Positionspapier im Gepäck unmittelbar vor der nächsten Landesverkehrsministerkonferenz überall signalisiert bekam, dass dieser Regelung aktuell kein Ungemach durch Einführung einer Führerscheinprüfung droht.

 

Außerdem konnten wir in diesen weiter intensivierten Gesprächen mit der Politik deutliche Akzente setzen, die neben den 125ern das motorisierte Zweirad allgemein als sinnvolles Teil der Mobilitätsüberlegungen in den politischen Prozessen etablieren werden. In diese Überlegungen gehören nicht nur Roller und kleine Motorräder – elektrifiziert oder mit Verbrenner –, sondern auch die gleichermaßen platzsparenden und für den Verkehrsfluss förderlichen Nakedbikes, Cruiser, Adventure-Motorräder und die vielen anderen Konzepte. Damit sich diese höherpreisigen Bikes wieder merklich besser in unseren Marktzahlen wiederfinden, brauchen wir ein entsprechend positiveres Konsumklima. Das ist die vordinglichste Aufgabe der Politik, dazu braucht es jetzt dringend die angekündigten Reformen, damit die Menschen wieder zuversichtlicher in die Zukunft schauen. Und zu diesen Reformen gehört auch eine Führerscheinreform, die Motorräder einschließt und den Namen so dann erst verdient. Denn nur wenn auch der Einstieg ins Motorradfahren grundsätzlich und über alle Klassen erschwinglicher wird, können wir das Mobilitätsverhalten der Menschen zugunsten des motorisierten Zweirades und damit aller Marktteilnehmer signifikant verändern.

 

Dass die Menschen Lust auf Motorräder haben, zeigt die Zunahme neu erteilter offener Führerscheine. Die A-Erlaubnis liegt hier jährlich wieder bei über 80.000. Es lässt sich herauslesen, dass viele Fahrinnen und Fahrer den Einstieg über den B196 gefunden haben. Während die Klassen A1 und A2 leichten jahrgangsbedingten Schwankungen unterworfen sind, aber grundsätzlich stabile Zahlen aufweisen, zeigt die Klasse A seit der Einführung des B196 im Jahr 2020 einen Zuwachs von nahezu 10 Prozent: ein Beleg dafür, dass am Ende alle Fahrzeughersteller – ob 125er im Portfolio oder nicht – davon profitieren können.

 

Michael Sommer                     Uwe Seitz

IVM-Präsident                         IVM-Hauptgeschäftsführer