IVM Performance Juni 2026

Kurzer Mai! Nur 18 Zulassungstage! Leider gute Performance der Eisheiligen!

Der Mai gilt eigentlich als Wonnemonat – mit Frühling, Sonnenschein und angenehmen Temperaturen. Perfektes Motorradwetter – genauso, wie wir es lieben.

Gatzes Marktruf

In diesem Jahr hatten die Eisheiligen aber offenbar völlig andere Pläne. Die Wetterexperten waren sich weitgehend einig: zu kalt und vor allem zu nass für die Jahreszeit. Zwar ließ der Mai zwischendurch immer mal wieder aufblitzen, was normalerweise in ihm steckt, doch diese sonnigen Momente blieben leider die Ausnahme. Man hätte fast glauben können, in diesem Mai hätte sich ein April versteckt.

 

Entsprechend hat sich auch der Motorradmarkt nach einem insgesamt guten ersten Quartal spürbar abgekühlt. Hinzu kam, dass der Mai in diesem Jahr mit nur 18 Zulassungstagen ohnehin ein vergleichsweise kurzer Zulassungsmonat war. Vor diesem Hintergrund wäre es keine Überraschung gewesen, wenn das Ergebnis etwas schwächer ausgefallen wäre, als viele nach dem starken ersten Quartal erhofft hatten. Mit gerade einmal 20.523 Neuzulassungen und einem überschaubaren Plus von 7,6 Prozent blieb der Mai allerdings deutlich hinter den Erwartungen zurück und fällt durchaus ein wenig enttäuschend aus.

 

Während die Leichtkrafträder mit einem Plus von 19,2 Prozent und die großen Roller mit 6,8 Prozent Zuwachs die Erwartungen weitgehend erfüllen konnten, blieb das Motorradsegment im Mai hinter den Annahmen zurück. Mit 11.802 Neuzulassungen lag das Plus gegenüber dem Vorjahr bei gerade einmal 1,9 Prozent – und damit deutlich unter dem Niveau vergleichbarer Jahre.

 

Selbst wenn der Mai noch die ersten beiden Zulassungstage vom Juni hätte mitnehmen können, wäre die Zielmarke von 14.000 neuen Motorrädern wohl außer Reichweite geblieben. Das Motorradgeschäft tut sich im zweiten Quartal offensichtlich spürbar schwer. Und aktuell deutet wenig darauf hin, dass der Juni diesen Trend noch entscheidend umkehren kann.

 

Auch wenn sich die Motorradkundschaft in der Vergangenheit oft als erstaunlich krisenfest erwiesen hat, scheint das aktuelle politische Weltgeschehen zusammen mit den erneut steigenden Energiekosten die Kauflaune durchaus zu trüben. Der GfK-Konsumklimaindex für die private Anschaffungsbereitschaft zeigt momentan leider noch in die falsche Richtung.

 

Das aktuelle Jahr liegt mit 90.828 Neuzulassungen und einem Plus von 26,6 Prozent insgesamt noch im Soll. Haupttreiber für die Entwicklung sind dabei aber die Leichtkrafträder, die mit einem Anstieg von 42,2 Prozent deutlich öfter als die hubraumstärkeren Fahrzeuge nachgefragt wurden.

 

Christoph Gatzweiler ist seit mehr als 25 Jahren Ressortleiter Technik beim IVM und unter anderem zuständig für die Fahrzeugzulassungen und die Statistik.