Wer in Deutschland den Führerschein für einen Pkw erwerben möchte, muss mit hohen Kosten rechnen. Laut einer ADAC-Umfrage aus dem Jahr 2024 ist der Führerschein für viele Menschen zu einer erheblichen finanziellen Belastung geworden. Wer zusätzlich einen Motorrad- oder Rollerführerschein machen möchte, muss noch tiefer in die Tasche greifen. Die Kosten für Zweiradführerscheine sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Dies wird auch durch eine Online-Umfrage des IVM bestätigt.
An der IVM-Umfrage auf Instagram und Facebook beteiligten sich innerhalb von zwei Monaten mehr als 1.800 Personen und berichteten über ihre Erfahrungen beim Erwerb eines Zweiradführerscheins. Erfasst wurden unter anderem die Führerscheinklasse, das Jahr des Erwerbs, die entstandenen Kosten sowie die Anzahl der absolvierten Fahrstunden.
Die Ergebnisse zeigen auch beim motorisierten Zweirad einen deutlichen Kostenanstieg: Für die Führerscheinklassen A1, A2 und A (in Erst- bzw. Vollausbildung) sind die Ausgaben innerhalb der vergangenen acht Jahre durchschnittlich um 55 Prozent gestiegen. Im Jahr 2026 liegen die durchschnittlichen Kosten für eine A-Klasse bei rund 2.700 Euro. Wer den gesamten Stufenaufstieg durchläuft – also erst von A1 auf A2 und anschließend von A2 auf A – hat dafür am Ende insgesamt stolze 4.400 Euro gezahlt.
Der Pkw-Führerschein kostet laut einer Mitgliederumfrage des ADAC inzwischen durchschnittlich rund 3.500 Euro. Da viele den Pkw- und Motorradführerschein gleichzeitig machen, summieren sich die Kosten für den Pkw-Führerschein und den kompletten Aufstieg beim Motorrad am Ende auf fast 8.000 Euro. Diese Preise erreichen inzwischen eine Größenordnung, bei der sich viele fragen, wie junge Erwachsene, Familien oder Menschen mit geringerem Einkommen das überhaupt noch bezahlen sollen. Und wenn in einer Familie mehrere Kinder den Führerschein machen möchten, steigen die Gesamtkosten auf ein Niveau, das für viele nicht mehr zu stemmen ist.
Die Ausbildung ist zu teuer, zu prüfungsorientiert – und führt trotzdem oft nicht zum gewünschten Erfolg. Macht ein junger Mensch beispielsweise mit 16 Jahren den Führerschein A1, mit 18 Jahren dann die Klasse A2 in Kombination mit dem Pkw-Führerschein B und anschließend mit 20 Jahren noch den Aufstieg auf A, muss er insgesamt vier praktische Fahrprüfungen absolvieren.
Die Sinnhaftigkeit dieser Prüfungsflut stellen wir infrage. Eine praktische Prüfung je Fahrzeugklasse muss ausreichen. Deshalb sprechen wir uns für die Abschaffung der beiden Aufstiegsprüfungen der A-Klassen aus und plädieren stattdessen für die Einführung eines verpflichtenden Trainings.